Mittwoch, 8. Mai 2013

Otavalo, Otavalo

Es ist schon etwas her, dass ich das letzte mal etwas schrieb, hoffentlich kann ich mich an die wichtigsten Sachen erinnern. Mein Eintrag beginnt und endet auf jedenfalls mit Otavalo, einer Stadt in der nähe von Tabacundo die vor allem für die indigenen Märkte bekannt ist, wo primär Armbänder, Alpaca Pullover, Ponchos, Hängematten sowie luftige Hosen verkauft werden. Das alles meistens in quietsch bunten Fragen.

Jedenfalls bin ich vor etwa 2 Wochen mit Martin in Richtung Otavalo los gewandert, als zwischen stopp die Lagune Mojanda. Die Lagune liegt gut in der Mitte der Strecke, die hauptsächlich durch Berge führt. Insgesamt etwas mehr als 28 Kilometer. Es war meine erste Wanderung in Ecuador, so war ich etwas skeptisch ob die ganze Angelegenheit nicht völlig utopisch ist.
Wenn ich hier nach dem Essen schnellen Schrittes zum Bus gehe und mich dabei Unterhalte stoße ich hier teils schon an meine Grenzen (lebe hier auf 2800 Metern über n.N). Der Anfang ging aber weit besser als erwartet, schöne, sehr bergige Landschaft, dazwischen immer wieder Weiden mit Pferden und große Acker.
 
Insgesamt sind wir auf dem Weg kaum jemandem begegnet, so dass es um uns herum völlig still war. Ungewohnt. Kurz vor der Lagune ging es immer steiler Berg auf und wir wurden immer langsamer. Eine kurze Pause eingelegt und einen Apfel (!) gegessen, irgendwie hat der Biss ungewohnt geknackt, allerdings hatte ich mir nix weiter dabei gedacht.
Als wir plötzlich von 4 Joggern überholt wurden haben wir nochmal einen Zahn zugelegt und sind dann auch gut zur Aussichtsplattform, der höchsten Stelle der Tour, gekommen.
Ab dann ging es fast nur noch Bergab und die letzten 13 Kilometer waren mehr ein angenehmer Spaziergang als wie zuvor erschöpftes erklimmen der unendlich erschienenen Serpentinen. Nach einer weiteren Stunde hatten wir etwas die Orientierung verloren, wie viel Strecke noch vor uns liegt. Kurz eine Frau am Wegrand gefragt und etwas gestutzt als sie meinte es wären noch 100 Kilometer. Auf unseren Gesichtsausdruck hatte sie sich dann verbessert und meinte es Handle sich nur noch um 50 Kilometer. Etwas irritiert von diesen Angaben haben wir dann nach der Zeit gefragt die wir zu Fuß nach Otavalo bräuchten. 2 Stunden war die Aussage und es hat fast perfekt gestimmt.
In Otavalo gab es dann ein paar Armbänder und einen Hamburger. Mittlerweile doch sehr erschöpft sind wir dann in einen Bus gestiegen und bequem zurück zur Fram gekommen.

Zuhause habe ich mich dann etwas über meine Zähne gewundert, da diese sowohl Weh taten als auch irgendwie Spitzer waren als sonst. Ich ich nach kurzer Inspizierung heraus fand, dass sowohl meine innere Zahnspange an 2 Zähnen heraus gebrochen (der Draht pickte) sowie ein Teil einer Füllung herausgeplatzt war. Toller Apfel.
Mit etwas Zahnschmerzen bin ich am nächsten Tag zum besonders großen und modernen Krankenhaus in Cumbaya gefahren, was ungefähr 2 Stunden von Tabacundo entfernt ist. Das Krankenhaus hat tatsächlich einen schicken Eindruck gemacht, leider waren alle Zahnärzte schon nach Hause gefahren als ich ankam. So bin ich in strömendem regen, klitschnass, zurück auf die Farm. Glücklicherweise wusste ich nun wann die Ärzte anzutreffen wären und bin am nächsten Tag etwas früher losgefahren. Ich muss gestehen, dass ich bis dahin eine schreckliche Vorstellung von ecuadorianischen Zahnärzten hatte und mir wenig schlimmeres vorstellen konnte als hier an meinen Zähnen herum gebohrt zu bekommen. Netterweise bestätigte sich wieder einmal wie verkehrt Klischees sein können. Innerhalb von 5 Minuten war meine Zahnspange wieder befestigt, nach etwas bohren an der Füllung sowie neuem Material war diese auch wieder wie neu. Die bisherige Füllung hatte die Zahnärztin, die Spanisch, Französisch und Englisch konnte, damit Kommentiert, dass es vermutlich ein veraltete Technik sei oder schlechte Qualität. Die neue, scheinbar High-Tech Füllung macht jedenfalls einen guten Eindruck. Danach noch eine Zahnreinigung mit Ultraschall, der ganze Spaß hat, wiedermal ohne Versicherung, 40$ gekostet.

Dann war irgendwann auch schon Wochenende und es ging nach: Bańos.
Bańos ist eine Art großer Freizeitpark in Form einer kleinen Stadt. Dort kann ungefähr alles an coolen Sachen gemacht werden die man sich so vorstellen kann. Der Clou unseres Ausfluges, alle 4 (Marie, Pasch, Fabian und Ich) sind davon ausgegangen, dass jemand anderes schon an eine Kamera denken würde. Dementsprechend gibt es nur ziemlich wenig Fotos. Glücklicherweise mach  haben 2 der Attraktion Anbieter Fotos gemacht, der Rest bleibt eine schöne Erinnerung.
Angefangen am Samstag Nachmittag mit dem Mieten von einem Quad und 2 Buggys. Die Buggys sind ziemlich fette und laute Karts, die einfach noch nen Dach haben. Ich habe mir nen Quad genommen um endlich mal zu wissen wie es ist auf so was zu fahren. Leider hatten alle Fahrzeuge  eine automatischen Schaltung die schon etwas durchgenudelt war, so dass es vor allem laut geknattert hat als ein besonders tolles Fahrgefühl zu bringen. Allerdings, trotzten sehr sehr spaßig. Zum Glück wussten scheinbar alle anderen Autofahrer auf der Straße, dass ständig irgendwelche Touristen wie bescheuert auf exotischen Fahrzeugen herumballern und haben etwas Rücksicht genommen.
Zwischendurch sind wir noch kurz über eine Schlucht gezischt mittels einem angelegten Kletteranzug und einem laaangen Stahlseil. Sehr eindrucksvoll, etwa 80 Meter über einem Fluss zu rauschen ohne irgendwas unter einem. Oberkörper und Füße wurden in Schlaufen gesteckt und an kleinen Rollen befestigt.
Auf dem Rückweg gab es eine kleinen Ausfall von Maries und Paschs Ortskenntnissen, so sind sie mit ihrem Buggy durch Bańos durchgerauscht und auf einer Lanstraße verschwunden. Auch mit meinem schnelleren Quad konnte ich sie nicht mehr Einholen und so ist Fabian mit mir zurück zum Verleiher. Eine halbe Stunde später, bei strömendem Regen sind die beiden dann auch eingetrudelt, klitschnass aber immerhin hellauf begeistert, bei Dunkelheit und Regen über Landstraßen zu feuern.
Danach haben wir einen Döner gegessen. In Bańos gibt es angeblich die zwei einzigen Dönerbuden in Ecuador. Sehr schmackhaft, wenn auch nicht ganz vergleichbar. 
Am nächsten Tag haben wir dann eine Rafting Tour gemacht. War mein erstes mal und es war nochmal viel geiler als Quad fahren. Mit einem Affenzahn über riesen Wellen, ständig fast aus dem Schlauchboot geschleudert zu werden und sowieso ununterbrochen Wasser ins Gesicht bekommen. Dabei der Guide hinter uns am Schreien „adelante!!! fuerte adelante!!“ (voraus!! stark voraus!!) und wir dann wie wild am paddeln.
Nach dem Rafting ging es dann zu dem größten Abenteuer bzw. Mutprobe des Wochenendes. In Bańos gibt es eine sehr hohe Brücke von der Gesprungen werden kann. Das ganze aber nicht ins Wasser sondern an einem Seil befestigt, so dass erstmal ins leere Gesprungen wird bis das Seil sich spannt und man wie an einer riesen Schaukel schwinkt.
Auf dem Video ist zum Glück weder mein Herzschlagen noch mein knackender Rücken zu hören (in dem Moment als sich das Seil spannt). Danach wurde ich immer weiter Abgeseilt bis ich auf einen Felsen unter der Brücke zum stehen kam. Der Blick nach oben während des Abseilens war ähnlich schwindelerregend wie der Blick vor dem Springen. Leider ist das ganze schlecht zu erklären. Ich empfehle an dieser Stelle jedem einmal einen Bundgie Sprung zu wagen.
video
Danach ging es zurück nach Quito, von dort weiter nach Tabacundo. So zumindest der Plan. Dummerweise bin ich im Bus eingeschlafen und mein Handy Wecker hatte nicht die Power mich zu wecken. Nach dem aufwachen war ich etwas verdutzt als ich nichts wiedererkannte als ich aus dem Fenster blickte.  Habe dann einen etwas älteren Herren neben mir gefragt wann wir in Tabacundo sind. Vor etwa einer halben Stunde war die Antwort. In mir stieg etwas Panik auf da ich wusste, dass um die Uhrzeit (kurz nach halb 1) die Busse sehr (!) unregelmäßig Fahren können, ich mich wenig in Otavalo auskenne und noch exakt über 3$ vergügte (ein Taxi zurück kostet etwa 15$). So bin ich erst mal weiter bis nach Otavalo gefahren und als einziger an irgendeiner Tankstelle ausgestiegen. Bis auf ein paar Taxifaher war kein Leben auf der Straße. Mittlerweile war es etwas nach halb 2. Allein und ohne Ahnung stand ich dann an der Panamericana (Straße) und habe meine Möglichkeiten abgewogen. Ein Busse fahren regelmäßig erst so ab 5, für ein Taxi fehlte das Geld und um die Uhrzeit wollte ich eher ungern Trampen. Ich habe mir für warten entschieden und so kam nach 45 Minuten tatsächlich ein Bus in die richtige Richtung. Irgendwann war ich dann Zuhause in meinem Bett, etwas geschafft aber froh.  Am nächsten Morgen regnete es so stark, dass wir Vormittags  nicht arbeiten konnten und ich ausschlafen durfte.








Freitag, 12. April 2013

Zwischen Gesundheits- und Computersystemen

In der letzten Zeit hier bin ich nun schon ein paar mal Krank gewesen. Vor 3 Wochen hatte ich Beispielsweise übelste Kopfschmerzen, so dass ich den Tag im Bett statt auf dem Acker verbracht habe. Etwas nervig dabei war eine riesige Fliege die durch mein Zimmer geknattert ist und scheinbar primäres Interesse an dem Luftraum über meinen Ohren hatte. Mit Kopfschmerzen auf Fliegenjagt zu gehen ist total doof. Irgendwann war sie dann komprimiert und ich hab mich wieder ins Bett gelegt. Dummerweise hatten wie jeden Tag die Kampfhähne vor meinem Fenster Lust um die Wette zu lärmen... Immerhin bin ich irgendwann eingeschlafen und als ich Abends wieder aufgewacht bin gings mir wieder Prima.

Seit zwei Wochen hatte ich immer wieder Probleme mit meinem Magen, ich will da nicht genauer drauf eingehen, erzählenswert finde ich aber den Arzt Besuch. Da mein Spanisch-Vokabular bezüglich dieser Thematik sehr überschaubar war, ist netterweise Martin als Übersetzer mitgekommen.  Beim Arzt in Quito wurde ich ähnlich wie in Deutschland erst mal aufgefordert etwas Eintritt zu Zahlen. Statt 10€ „Praxisgebühr“ waren es allerdings nur 2$ für die Verwaltung sowie 5$ für den Arztbesuch. Inklusive Untersuchung habe ich insgesamt, komplett ohne Versicherung, 8,5$ Bezahlt. Die verschriebenen Medikamente (3 verschiedene) zusammen 6$. Nebenbei gab es keine Wartezeit.
Eine ähnliche Geschichte bei einer anderen Freiwilligen. Irgendwie hatte sie sich ein großes Stück von einem Schneidezahn abgebrochen. Schnell ins Krankenhaus zur Reparatur.  Nach 3 Stunden konnte man keinen Unterschied mehr sehen. Bei der Rechnung dann etwas Verblüffung: 30$

Momentan ist ein Short-Time Volunteer aus Amerika hier. Er hatte die Idee in der Schule nahe der Farm den Kindern etwas Computerunterricht zu geben. Angefangen mit dem Einrichten von Mail Adressen sowie öffnen von PowerPoint Präsentationen. Eines Abendessens hatte er dann mal von den Ergebnissen und Problemen mit Computern erzählt. Ich will nicht mit Details langweilen, jedenfalls haben alle der 5 Computer Probleme wie kaputte Festplatten, fiese Viren, kein Internet-Zugriff oder meckernde Windows XP Betriebssysteme die sich über einen illegal erworbene Lizenzen beklagen. Selbstredend war sofort mein Interesse geweckt und so war ich nun schon 2 mal in der Schule am basteln. Demnächst kaufen wir wahrscheinlich Windows7 und aktualisieren mal alle Computer.
Windows7 kann hier für 1,5$ auf DVD gekauft werden, wie so ziemlich alle Filme und Computerspiele die es gibt. Noch populärer als 1 Film pro DVD sind Collections. So haben wir u.a. Spiderman 1-3, Spiderman 2013, Wolverine 2013 sowie The Avengers auf einer DVD für 1 Dollarito gekauft.

Ein „ito“ bzw. „ita“ als Wortanhang höre ich hier ständig. Anfangs etwas Verwirrrend nutze ich die Vernidlichungsform mittlerweise auch des öfteren. Im Gegensatz zur Deutschen Sprache kann im Spanischen so ziemlich jedes Wort mit einem (im deutschen gleichbedeutend mit) „chen“ versehen werden.

Donnerstag, 4. April 2013

Kuh Kacke und Kokos


Letztes Wochenende war ich in Mompiche, das ist ne seehr kleine Stadt direkt am Meer. Nachdem wir bei Fabian ungefähr unendlich viel Soja-Schnitzel-Reis-Paprika-Gemisch für die Fahrt hergestellt haben sind wir in einer Gruppe von 14 Leuten um 12 Uhr Nacht mit einem gemieteten Kleinbus samt Busfahrer Losgeknattert. Die Fahr hat nur 7 statt wie mit öffentlichen Bussen 10 Stunden gedauert und war nur unwesentlich teurer. Als wir in Mompiche angekommen waren hat es erstmal tierisch geregnet und wir haben unsere Zelte unter einem auf Pfeilern gebauten Haus aufgestellt. Da war es dann trocken und gemütlich. Nach dem ersten Frühstück bestehend aus Soja-Schnitzel-Reis-Paprika-Gemisch ging es dann los das Dorf/Stadt etwas zu erkunden. Schnell wurde klar, dass bei der Stadtplanung ein Hauptaugenmerk auf Fischrestaurants und Batido-Bars gelegt worden war. Das hat mich überhaupt nicht gestört und so habe ich pro Tag etwa 2 Liter optimierten Kokusmilchshake getrunken. Zwischen den Batido Pausen ging es ins Meer. Die Gegend wird auch gerne von Wellen-Surfern besucht, was heißt, dass es dort prima Wellen gab. Hat einen Heiden Spaß gemacht. Abends gabs am Zeltplatz etwas laute Musik, wir sind aber meistens am Strand spaziert oder saßen in Hängematten. Sehr entspanntes verlängertes Wochenende. Die Rückfahrt ging am Sonntag gegen 5 Uhr los. Einige der anderen sind mit einem total überladenen Auto zurück gefahren, Fabian, ein französischer Freund von Ihm und ich sind mit öffentlichen Bussen zurück. Montag um 7 Uhr Morgends bin ich dann total verballert an der Farm angekommen. Bei Busfahrten schlafe ich meistens nur immer ne Stunde, wache total desorientiert auf, realisiere die Lage und schlafe wieder ein. Jedenfalls war ich beim Austeigen um 7 Uhr zu Müde um zu bemerken, dass ich mein MP3-Player im Bus verloren habe. Nun wird ohne brummende Bässe geackert, nur halb so schön.

Schon in der letzten Woche hatte ich das zweite Kuh-Abenteuer. Eine Kuh hatte sich vor den Stall gelegt und hat sich innerhalb der nächsten 3 Tage auch nicht vom Fleck bewegt. Eladio hatte vermutet, dass mittlerweile das Blut aus ihren Beinen geflossen sei, so dass sie nicht mehr von alleine Aufstehen könne. Mit etwas Aufwand haben wir dann ein Gerüst als Gehilfe gebaut. Darin stand sie Gestützt, dass das Blut zurück laufen konnte. Leider hatte das ganze nicht geholfen und auch nach mehreren versuchen konnte das Tier nicht gehen. Es wurde entschieden die Kuh zu schlachten und so wurde ich am Freitag der letzten Woche mit dieser Tatsache geweckt und dass ich mithelfen solle. Die ganze Angelegenheit fand ich wesentlich schlimmer als bei dem Schwein... Nun haben wir 13KG Kuhfleisch was leider unendlich Zäh ist.

Heute ging der Tag eigentlich ganz nett los, ein Beet umgegraben, ein paar Zuchinis gepflanst. Dann zur Schule in der Community und dort einen Zaun repariert der die Kinder vor Hühner schützen sollte (oder andersrum). Dann gings weiter auf ein Feld von Eladio, von dem ich schonmal Berichtet hatte als ich dort die Hühnerscheiße-Säcke abgeladen habe. Säcke voller Hühnerscheiße wollen dummerweise auch auf dem Acker verteilt werden, so dass wir mit 3-4 Personen 100 25KG Säcke per Hand auf dem Acker verteilt haben. Das ganze funktioniert so, dass man sich nen Sack auf die Schulter lädt, die Öffnung hinter sich zuhält, losrennt und dabei Stückweise die Sack öffnet. Rennen deshalb weil der Sack dadurch durchgeschüttelt wird um immer mehr heraus fällt. Entweder stauben einen die trockenen Säcke total voll oder wenn sie nass geworden sind Berchen sie einem gefühlt die Wirbelsäule da sie viel schwerer sind. Auf dem Rückweg zur Farm (der Acker ist ne halbe Stunde Zufuß entfernt), haben wir dann ein Bier für unsere Hilfe spendiert bekommen.
Bisher der anstrengendste Tag auf der Farm.

Mittwoch, 20. März 2013

Zwischen Paradis und Mallorca


Leztes Wochenende bin ich mit einigen Freiwilligen ueber das Wochenende Richtung Puerto Lopez bzw. Montanita gefahren. Ich und Julian hatten als Plan einen Tauchschein zu machen und die Isla de Plata (auch Galapagos fuer Arme genannt) zu besuchen. Die anderen hatten eine Jungesellen Abschiedsparty im Sinn, in Montanita. Montanita gefuehlt das Mallorca in Ecuador, dazu aber gleich mehr.
Die hinfahrt hatte etwa 12 Stunden gedauert, dabei mussten wur 4 mal umsteigen und je naeher man der Kueste kommt deso waermer und auch stickiger wird es in den Bussen. Das ganze war sehr anstrengend, aber irgendwann war ich dann mit Julian in Puerto und habe sehr lecker gefruehstueckt.

Danach gleich eine Enttaeuschung: Ein Tauchschein kostet hier ueber 500$, was uns entschieden zu viel war. Statt geld zu verpulvern sind wir mit einem Strand Taxi (Hybrid aus Motorrad und Anhaeher) an den nahe gelegenen Strand gefahren und waren erstmal am ungefaehr aller schoensten Strand meines Lebends baden, den Strand hatten wir uns mit etwa 4 anderen Menschen zu teilen.

Am naechsten Morgen direkt mit dem Schnellboot auf die etwa 1 Stunde entfernte Isla. Die war sehr gruen und schoen, neben dem Gruen und einigen fuer ecuadorianische Reisefuehrer (meiner mit eingeschlossen) typischen Voegeln gab es auch noch schoene Buchten zu sehen. Schwer zu beschreiben. Jedenfalls sind wir da etwa 4 Stunden herumgelaufen und danach auch noch kurz schnorcheln gewesen, dabei habe ich z.B nen Kugelfisch gesehen, sehr eindrucksvoll.
Als wir zurueck waren noch etwas durch Puerto gelaufen und Batidos getrunken. Eigentlich nur Fruechte, viel brauner Zucker, Milch und etwas Eis, aber ungefaher das leckerste was irgendwie geht.
Dabei oefters von irgendwelchen "Guides" angesprochen die versuchen einem bestimmte Hostels oder Restaurants anzudrehen, dafuer eine Provision bekommen. Die Gespraeche mit denen gingen, nachdem klar war dass wir deutsch sind, immer in Richtung Fussball, wie toll doch irgendein Spieler in irgendeinem Verein in irgendeiner Liga sei. Dummerweise habe ich ueberhaupt kein Plan von Fussball. Habe dann versucht zu vermitteln, dass nicht alle menschen aus Deutschland (oder irgendwo) Fussball feier, sorgte fuer etwas verblueffung.

Am Abend ging es in das 2 Stunden entfernte Montanita. Da passiert waehrend der Woche wie ich gehoert habe, am Wochenende ist alles unendlich voll mit... Ecuadorianern. War sehr cool mal Abends auszugehen ohne die ganze Zeit Englisch zu sprechen. Gab da ganz viele Clubs und Staende, alle gelegen an einem Strand in dem man auch noch Nachts Baden konnte. Sehr schoen gewesen.
Der Naechste Morgen wurde dann am Strand sitzend mit noch mehr Batidos verbracht. Hin und wieder kamen Ecuadorianer an uns wollten Fotos mit uns machen, da wir wirklich nicht in das Bild da Vorort passten.
Nach etwas erhohlung zurueck in den Bus und nach Hause. Die Rueckfahrt hatte etwas ueber 14 Stunden gedauert, bei teilweise dermassen krasse Bergstrecken mit kurven in so hoher Geschwindigkeit, dass ich beinahe aus dem Sitz gerissen wurde. Total erschoepft sind wir am Montag um 2 Uhr Morgends zurueck gewesen, um 8 gings wieder zur Arbeit.




Scheiß Tag

Chuta! (hier verwendet für Verdammt oder Scheiße) Der Tag heute war nicht ganz optimal.
Angefangen mit der Tatsache, dass wir um halb 7 am Morgen, sonst Fangen wir zwischen 8 und halb 9 an zu arbeiten, anfangen mussten einen LKW zu entladen. Die Ladung bestand aus 250 Säcken mit je 20kg Hühnerscheiße (richtig, 5 Tonnen). Das ganze hat ca. bis 8 gedauert und war etwas zermürbend. Beispielsweise weil eine Grundeigenschaft der Ladung war, dass sie stinkt. Dazu war sie Teils sehr trocken, so dass wir völlig voll gestaubt wurden. Immerhin, in den Säcken fand irgendein chemischer Prozess statt, wodurch sie Angenehm wärmend am kalten Morgen waren. Als wir fertig waren gab es dann endlich Frühstück, gefolgt von weiterer Arbeit mit dem Dung. Teils frische, teils weniger frische Scheiße wurde zum düngen auf diverse Beete verteilt. Das geht am besten mit den Händen... Direkt nach dem Frühstück, klebrig und dezent riechende Hände... etwas gewöhnungsbedürftig. Als das getan war musste noch ein neu Angelegtes Rübenfeld gedüngt werden. Das etwa 10x10 Meter große Feld musste ebenfalls mit der frischen Ware eingedeckt werden. Erst zum Dunghaufen, vollbeladen werden, dann zum Feld und abladen. Die 50 Meter Strecke bin ich eine Stunde Lang immer und immer wieder mit einer Schubkarre abgelaufen. Ich kam mir dabei vor wie ein Arbeit-Einheit wie sie in diversen Computerspielen vorkommt (Warcraft, Age of Empires, usw).
Nach intensivem Duschen ging es dann zu einem sehr edlen Restaurant weiter. Grund war die Verabschiedung einer Schweizerin, die hier für 3 Monate gearbeitet hatte. Ich habe für eine Hühnerbrühe, eine Cola sowie etwas Huhn mit Pommes fast 20$ bezahlt und war vom Essen selbst sehr enttäuscht, da es kein Stück besser schmeckte als überall sonst. (Dazu, ich hätte vom gleichen Geld 20 wirklich köstliche Bürger inklusive Getränk haben können!). Die Anderen waren auch nur mittelmäßig überzeugt, werden wir wohl nur noch zum verkauf unseres Gemüses hingehen (die sind Kunden bei uns).
Danach gab es woanders einen frischen Saft für weniger als einen Dollar sowie ein köstliches Eis als Geschenk da wir das Cafe auch beliefern. Das hatte mindestens meine Laune wieder gehoben.
Nachgeschmack des Tages; meine Haende rochen auch nach dem 15ten mal waschen immernoch beschissen.

Nebenbei waere vielleicht mal bemerkenswert was fuer Insekten ich hier unbeabsichtigt erledige: Da waere am zweiten Arbeitstag ein Skorpion den ich ohne es zu merken Platt gemacht habe, irgendwann gedacht ich haette einen kleinen Stein im Schuh, nachgeschaut und etwas erstaunt geguckt. Das ganze begleitet mit dem Kommentar eines anderen Freiwilligen: "Achja, Morgends am besten immer einmal kurz ausschuetteln".
Der zweite Skorpion wurde plattgemacht als ich mit Waesche beladen halb nackt und barfuss aus der Dusche kam.
Zuletzt gestern nacht, als ein riesieger Nachtfaler in meinem Zimmer rumgeknattert ist. Wollte den dann mit ner Hose von der Decke holen. Geworfen, irgendwas schwarzes Faellt auf den Boden (es war dunkel), ich hoere kein Flattern mehr und denke alles ist gut. Am naechsten Morgen lag dann die groesste (tote) Spinne auf dem Boden die ich bisher gesehen hatte.


Montag, 11. März 2013

´ne Woche


Montag
Wir haben am Vormittag ganz viel Kuhdung gesammelt und dann auf einen Kompost gefahren. Das ganze war wegen krasser Sonne sehr zermürbend und hat den ganzen Vormittag gedauert. Da wie zuvor geschrieben einige erst sehr spät nach hause gekommen sind und es auch nichts wirklich zu tun gab hatten wir den Nachmittag frei und ich habe mein Buch durchgelesen.

Dienstag
Immer am Dienstag ist bei uns Erntetag, dass heißt jedem werden Pflanzen zugewiesen die dann in bestimmten Anzahlen geerntet werden müssen. Die Arbeit ist ganz befriedigend da sie die Ausbeute der letzten Monate zeigt. Geerntet haben wir Brokkoli, diverse Kohl und Salat Sorten, Zucchini, Rotbeete, Möhren, Petersilie, Minze und Zwiebeln. Danach wird alles geputzt und schlechte Blätter abgeschnitten. Danach in Kisten gepackt und gegen Mittag geht dann ein 2er Team verkaufen. Da ich letzte Woche schon mitgefahren bin hatte ich stattdessen weiter auf der Farm gearbeitet. Und Camas (Beete) aufbereitet. Das ganze dauert immer geraume Zeit da wir keine Maschinen haben. Weil wir nur zu Zweit waren, 2 verkaufen, einer Krankengysmnastik in Quito und eine im Urlaub, und ich mich zwischenzeitlich auch noch mit dem Melken von Kühnen beschäftigt war, sind wir nicht viel weiter als das auflockern gekommen. Melken ist entgegen möglicher romantischer Bauernhofvorstellungen sehr schwierig, auch weil einem alle paar Sekunden ein riesiger Kuh Schweif ins Gesicht donnert. Beim verkaufen haben wir 80$ Umsatz gemacht, was so ziemlich unseren wöchentlichen Lebensmittel Bedarf deckt. Besonders war diese Woche Hackfleisch und Tomatensoße, so dass es Abends sehr gute Nudeln mit Bolognese gab.

Mittwoch
Eva ist heute Morgen ganz früh aufgestanden um neue Pflanzen in Caiambre zu kaufen. Wir haben währenddessen an den Camas weitergearbeitet. Nach dem Auflockern kommt selbst angerührter Dünger aufs Beet. Dazu werden 3 Schubkarren Kompost, 2 Schubkarren Hühnerdung sowie eine Schubkarre (ebenfalls selbst gemischte) Mikroorganismen (Hühnerdung, Asche, Zuckersirup und noch irgendwas) vermischt und dann gleichmäßig bei den Camas unter geschaufelt.
Um 11 Uhr habe ich aufgehört da ich mit Kochen dran war. Nach kurzer Inspektion der Eier-Situation im Hühnerstall habe ich mich für Pfannkuchen entschieden. Da ich früher die beste Lehrerin hatte, haben die auch allen sehr gut geschmeckt. Generell gefällt es mir, dass wir selbst bestimmen können was es zu essen gibt, so auch immer neue Rezepte zu lernen und zu verbessern.
Nach dem Essen und einer Pause geht es weiter mit dem einpflanzen der neu erworbenen Pflanzen. Das ist eigentlich eine sehr entspannte Arbeit, dabei empfiehlt es sich ein Hörbuch dabei zu haben.

Donnerstag
Statt wie sonst auswaerts zu helfen haben wir in Eladios Garten geholfen. Der baut da in einem etwas groesserem Stil an und wird normalerweise von den Studenten unterstuezt. Da gerade keine vorhanden waren haben wir im Akkord die Beete fuer insgesamt 2000 Brokoli Pflanzen gepfluegt. Das ganze ohne Maschine und Mittagssonne geht ziemlich auf die Substanz. Irengwann war es geschafft und fuer die naechsten paar Monate ist erstmal Ruhe, bis dann auf einen Schlag 2000 Reife Brokolis verkauft werden muessen. Am Nachmittag war ich mit Julian in Cayambe. Die Stadt ist mit dem Bus etwa 20 Minuten entfernt und hat im Gegensatz zu Tabacundo bspw. Supermaerkte. Da dann etwas Internet und vor allem fuer die Hunde futter gekauft. Abends dann wieder Sport gemacht, ich versuche seit kurzem jeden Abend ein kleines Fitness Programm zu machen. Da mehere andere Freiwillige totale Fitness Nerds sind habe ich auch ganz gute Lehrer.

Freitag
Eigentlich wollen wir Morgends in Cayambe auf den Markt fahren und mehr Huehner sowie ein neues Schwein kaufen, ggf unsere verrueckte Katze dort verschenken, doch irgendwie hat unserer "Chef" angefangen unzusammenhaengende Begruendungen zu erzaehlen warum der Markt just heute nicht offen haette, bzw frueher schliessen wuerde, bzw Schweine ausverkauft waeren, und ueberhaupt. Nebenbei hat er auch noch unser Besten Huhn geschlachtet weil er dachte es waere alt und wuerde keine Eier mehr legen. Etwas frustig gewesen. Den Tag ueber haben wir dann weiter mit einpflanzen verbracht sowie versucht unser Bewesserungssystem zu verbessern. Momentan ist das noch recht Fehleranfaellig und teuer da oft Schlaeche ausgeweselt werden muessen.

Die Wochen verlaufen meistens nach ungefaehr dem Schema. Verkaufen, pflanzen, jaeten, Sport, giessen, ackern. Ich bekomme langsam etwas Routine und weiss welche Pflanzen was brauchen, wie Duenger gemischt wird oder was Huehner zum bruehten Brauchen. Lebe hier momentan so vor mich hin und habe grossen Kultur Austausch nur am Wochenende, wo ich mich teils sehr interessant ueber gefuehlte Unterschiede zwischen den "Kulturen" mit Ecuadorianer_innen unterhalte. Werde dazu auch nochmal was schreiben. Achja, und leider habe ich alle Fotos vergessen. Die werde ich demnaechst mal einfuegen...

Donnerstag, 7. März 2013

Das Packet


 Yesss! Endlich ist mein Packet angekommen!! Nach einigen hin und her mit dem Postamt lag es dann vor ein paar Tagen tatsächlich auf meinem Tisch. Inhalt waren neben Taschenmesser und Kopfhörern meine Kreditkarte, was bedeutet, dass ich zum ersten mal nach 6 Wochen Geld abheben konnte, was auch gleich gemacht wurde um alle angefallenen Schulden zu begleichen. Nach der wichtigsten Optimierung meiner Situation nun etwas mehr der Reihe nach.



Freitag letzte Woche um 6 Uhr Morgends sind wir auf einen Tiermarkt gefahren und haben unsere Kaninchen verkauft sowie Hühner ergattert. War ein nettes Erlebnis, ständig sind riesige Wildschweine mir vorbeigezogen worden oder es wurde Lauthals über die Qualität von Kühen debattiert. Sehr schnell sind wir unsere Kaninchen an eine Frau losgeworden die sofort versucht hat sie für 3-4 Dollar mehr weiter zu verkaufen, ich weiß nicht ob Gabriel (Profi-Bauer) oder die werte Dame sich verkalkuliert haben, jedenfalls konnten wir das Geld gleich wieder in Hühner investieren, haben für 145$ 15 Hühner gekauft, die nun bald anfangen sollten Eier z legen. Dazu auch deren Stall etwas mit Stroh aufgehübscht.

Letzte Woche Samstag ist Martin, der nun schon ein Halbes Jahr auf der Farm lebt, 20 geworden. Vor einigen Monaten hatte er sich ein Schwein gekauft was dann ein Tag vor seiner Party geschlachtet wurde. Wie erwartet war die ganze Aktion ziemlich Blutig und ich würde erstmals verzichten die Bilder bzw. genaue Details hier zu schrieben (außer es interessiert jemanden).  gab es plötzlich 35kg Schweinefleisch, der allergrößte Teil des Tieres konnte gegrillt werden, der Rest wurde zu Wurst verarbeitet. Alles im allen sehr viel Arbeit, die viel Ahnung und Geschickt, sowie eine gewisse Abgebrühtheit benötigt. Auch wenn es sehr lecker war, werde ich mir hier kein Schwein kaufen.

Am Samstag habe ich die erste Farm Fiesta erlebt, es kamen viele Freiwillige aus Quito und sogar Ambato und einige ecuadorianische Freunde. Das Schwein wurde gegrillt, viel Fussball gespielt und irgendwann auch ein wenig getrunken. Das ganze war sehr spaßig und wir wohl schon bald wiederholt. Glücklicherweise haben wir hier keine Gasteltern... Fast alle Freiwilligen konnten in der Schule übernachten die eigentlich für Studenten vorgesehen ist die hier immer mal wieder in Gruppen von 40-80 Leuten auf der Farm arbeiten. Am Nächsten Tag war alles ziemlich dreckig im Haus und die Fliegeninvasion begann... Ich habe bisher noch nie so viele Fliegen an einem Fleck gesehen, dazu ein kontinuierliches Brummen bei jeder Mahlzeit. Da putzen allein nicht geholfen hat haben wir die Küche komplett leer geräumt und mit Gift ausgeräuchert. Nun könnte man sagen, dass der Normalzustand wiederhergestellt ist und nur Fliegen in offengelassenen Marmeladengläser bzw. wenn Mensch mal in Ruhe lesen möchte zu finden sind.

Während der Woche wurde wieder Normal gearbeitet, viel geackert, was nach einiger Analyse durch lauten Dubstep wesentlich effizienter verläuft. Dazu wieder verkauft, neue Lebensmittel Gekauft, Pflanzen gekauft und eingepflanzt. Sehr gut gefallen mir die Donnerstage; am Vormittag gehen wir in die Community, helfen z.B einer Frau mit ihrem Acker oder einer Rosenfarm, was in beiden Fällen sehr anstrengend war, und spielen am Nachmittag mit der ganzen Farm Fußball.
Letzten Donnerstag ist uns ein kleiner Hund zugelaufen, keiner weiß woher. Jedenfalls heißt der nun Walter und ist bisher primär Niedlich. Unser Hundebestand wächst immer weiter, neben Baya, unserer Hündin, gibt’s noch Nena mit 5 Babys, Tobi der trotz unpassendem Namen irgendwie der coolste ist sowie 3 weitere Hunde ich nicht weiter kenne.

Am Wochenende war ich in Quito und war in einer unendlich großen Villa mit beleuchtetem Fussballplatz (der im laufe des Abends intensiv genutzt wurde). Neben 2 Freiwilligen und mir waren alle aus Ecuador oder Chile wodurch ich fleißig Spanisch lernen konnte. Auch wenn ich hier bei der Farm nicht viele Fortschritte mache, geht es in kleinen Schritten immer besser. Bald werde ich versuchen in einer Schule in der Community Englisch zu Unterrichten bzw. kurzzeitig in eine Gastfamilie in der Nähe ziehen und etwas mehr zu lernen. Am Samstag Abend war der Geburtstag einer Freiwilligen und wir haben eine sehr günstige Bar entdeckt, in Qutio gibt es ein Viertel das eigentlich nur aus Clubs und Bars besteht. Da dort so viele Ausländer (Gringos) rumstolpern wird es teils auch als Gringoland bezeichnet. Konnte netterweise bei dem Gastbruder von Fabian übernachten. Da Fabian bald zu diesem zieht wird ein Zimmer bei der sehr netten wie schnell redenden Gastmutter frei, welche mir auch gleich angeboten hat, dass Zimmer immer nutzen zu können statt eines Hostels (kosten immerhin 6$ pro Nacht (immerhin 6 leckere Hamburger in Tabacundo). Auf dem Rückweg war ich etwas Aufgeregt da ich zum ersten mal alleine von Qutio zurück nach Tabacundo gefahren bin. Nach ausführlichen Erklärungen von Fabian sowie etwas Improvisation und Plauderei mit Security Leuten habe ich auch alles gut gefunden. Einziger Zwischenfall war ein Unfall in den bergen direkt vor meinem Bus, 3 Auto haben sich irgendwie komprimiert. Mehr konnte ich nicht sehen. Nach etwa einer Stunde ging die Fahrt auf der Bergstraße dann weiter. In der zwischen zeit konnte ich mit meinem E-Book lesen und habe mich nicht zum ersten mal gefreut, dass der eine Beleuchtung eingebaut hat. Zuhause angekommen war ich erst mal alleine, die anderen waren übers Wochenende an der Küste bzw. im Jungel und sind erst  zwischen 4 und 7 Uhr Mordgens zurück gekommen. Dementsprechend wurde der Montag dann auch mehr ruhig begonnen. Was genau ich auf der Farm gearbeitet habe schreibe ich nächste Woche, da ich versuche diese Woche jeden Tag auf zu schrieben was ich gemacht habe um mal ein etwas besseres Bild von meinem Nicht-Wochenende-Leben vermitteln zu können.

Ich sitze übrigens in meinem neuen Zimmer, was nicht mehr Wandlos an die Waschmaschine angrenzt und wo ich wohl für das nächste halbe Jahr Wohnen bleibe (im Ostteil unseres Hauses sind wenn man so will die Premium Zimmer, wo man erst reinkommt wenn man schon ein halbes Jahr hier ist (da nach dieser Zeit die vorherigen Besetzer zurückfliegen). Bin auf jedenfall sehr zufrieden mit meinem Mittelklasse Zimmer. Die kaputten Steckdosen werde ich bestimmt noch repariert bekommen ;)

Um Strom zu Sparen (wir haben Elektro Duschen) bekommen wir ganz vielleicht einen Boiler, da eine Gasflaschenfüllung hier nur 2$ kostet. Damit könnte dann auch Küche und Waschmaschine versorgt werden. Wahrscheinlich bekommen wir auch eine Antenne für Internet, was die einzige Möglichkeit sein soll da wir so weit weg von der nächsten Telefonleitung sind. Das ganze ist dann über Mobilfunk und auf ein Paar Megabyte begrenzt. Ich fürchte jetzt schon, dass es immer nur den ersten jeden Monats funktionieren wird. Dabei fällt mir ein wie wenig ich hier das Internet vermisse. Ich komme mir zwar wahnsinnig schlecht Informiert vor, seien es Nachrichten, Facebook oder Blogs anderer Freiwilliger in anderen Ländern, aber abgesehen davon überaus angenehm sich bei jedem Facebook Login über 10 Neue Nachrichten und 2 neue Freunde zu freuen anstatt wie Früher den ganzen Tag mit dem Smartphone erreichbar zu sein. Auch mache ich mir vor dem Internetcafe Besuch immer eine Liste mit den Sachen die ich erledigen will, z.B Blog schreiben, Versicherung klären, Bauanleitung für XY, neues Kochrezept, ein wenig neue Musik für das Ackern. Ist die Liste abgearbeitet wird mir meistens sofort langweilig und ich weiß gar nicht was dann noch sinvolles mit dem Internet anzustellen wäre und verlasse das Internet Cafe. Gespartes Geld wird dann häufig in Hamburger investiert.

Nach etwas experimentieren mit der Waschmaschine laeuft die nun auch Prima.

Mir fällt gerade nix mehr ein was ich schreiben könnte, außer ein großer Dank an Fabian, Martin und vor allem Robert die es zusammen ermöglicht haben mein Packet zu bekommen! Danke